Diagnose Futtermittelallergie – Wie wird eine Ausschlussdiät richtig durchgeführt?

Wenn es juckt und kratzt, sind Hunde nicht selten von einer Allergie geplagt. Was der Allergieauslöser ist, kann dabei ganz unterschiedlich sein. Eine Reihe von Faktoren spielt hier eine Rolle. So sind in feuchtwarmen Regionen vor allem Flohallergien ein bekanntes Problem – da das Wetter die besten Voraussetzungen für die Bildung von Flöhen bietet. Statistiken weisen darauf hin, dass Umweltallergien generell an zweiter Stelle zu finden sind, gefolgt von Futtermittelallergien. Ist die Futtermittelallergie im Verdacht, dann ist eine Ausschlussdiät der beste Diagnoseansatz.

Futtermittelallergie: Die Diagnose

Allergiesymptome von Hunden sind denen der Menschen manchmal ähnlich. Tränende Augen, juckende Haut und Angioödeme oder Urtikaria sind keine Seltenheit. Das beim Menschen typische Niesen wird unter den Vierbeinern allerdings nur selten beobachtet.

Die Symptome einer Futtermittelallergie sind kaum von denen anderer Allergieauslöser zu unterscheiden. Typische Allergieauslöser für Hunde sind:

  • Parasiten wie Flöhe
  • Pollen
  • Staub

Hinweis

Eine Flohallergie ist häufig auf die Hautpartien am Schwanzansatz, am Rücken und am Unterbauch konzentriert. Dort nisten sich die Flöhe besonders gerne ein und es kommt vermehrt zu Flohbissen.

Kommt es im ganzen Jahr zu Allergiesymptomen, liegt der Verdacht auf eine Futtermittelallergie nahe. Über eine Ausschlussdiät ist es möglich, dies zu bestätigen. Auch als Eliminationsdiät bekannt, werden einzelne Futtergruppen gezielt aus der Nahrung ausgeschlossen, um eine mögliche Besserung zu beobachten und im Rückschluss eine Allergie zu diagnostizieren.

Generell sollten Sie versuchen, ein hochwertiges Hundefutter zu verwenden, das auf klassische Allergene weitgehend verzichtet. Der Anbieter Purina setzt für seine  Futtermischungen auf natürliche Inhaltsstoffe und verzichtet auf künstliche Konservierungsstoffe und Aromastoffe.

Die Ausschlussdiät verlangt Durchhaltevermögen

Ein relevantes Diagnoseergebnis erfordert eine Diätumstellung über einen Zeitraum von mindestens sechs Wochen. Einige Ärzte empfehlen eine Beobachtungsphase von bis zu drei Monaten.

Um Erfolge zu erzielen, ist es wichtig, einen Diätplan zu erstellen, der ausschließlich Nahrung umfasst, auf die das Tier nicht allergisch reagieren kann. Dafür kommen zwei Ansätze für die Futterwahl infrage. Hundebesitzer können auf Nahrung zurückgreifen, die der Hund bisher nicht kennt. Die Wahrscheinlichkeit hier ein neues Allergen zu füttern, ist schwindend gering. Und wenn er die Nahrung zuvor nie aufgenommen hat, hat er bisher auch nicht darauf reagiert.

Eine Alternative ist eine spezielle hydrolysierte Diät. Die Nahrungsmittel sind so verarbeitet, dass die einzelnen Moleküle extrem klein sind. Das Immunsystem kann in diesem Fall die Allergene nicht abfangen und reagiert nicht darauf. Passende Angebote setzen zumeist darauf, die fleischhaltigen Inhaltsstoffe in hydrolysierter Form einzubringen. Sollte die Allergie aufgrund eines anderen Inhaltsstoffes hervorgerufen werden, ist eine Reaktion weiterhin möglich. Diese Futtermittel sind zum Teil sehr hochpreisig. Liegt kein ausreichender Versicherungsschutz vor, muss der Hundehalter die Kosten aus eigener Tasche zahlen.

Futtermittelallergie – Wie wird eine Ausschlussdiät richtig durchgeführt

Hundefutter selber kochen

Viele Hundebesitzer entscheiden sich dazu, die Nahrung während der Ausschlussdiät selber zu kochen. Wird dies richtig durchgeführt, ist das der Ansatz, der von vielen Tierärzten empfohlen wird. Hierfür gibt es mehrere Gründe. Leider ist immer wieder nachgewiesen worden, dass die speziellen Futtermittel nicht von allen Herstellern eingehend auf mögliche Allergene untersucht werden. Also, selbst wenn es sich um ein hydrolysiertes Futter handelt, sind die Chancen groß, dass sich weiterhin Fremdstoffe und Allergene im Futter befinden.

Natürlich sind nicht alle Produkte für eine Ausschlussdiät ungeeignet. Tierärzte kennen meist die Angebote von Firmen, die mit genauen Untersuchungen die Qualität der Futtermittel sichern. Wird die Nahrung zu Hause zubereitet, ist es möglich, genau nachzuhalten, welche Inhaltsstoffe in der Nahrung sind. Entsprechend genau ist die Überwachung der Nahrungsaufnahme. Allergene lassen sich so gezielt ermitteln.

Konsequenz ist hierbei gefragt, unabhängig von der Zubereitung der Tiernahrung. Sobald das vermutete Allergen selbst in kleinen Mengen aufgenommen wird, kann es eine Reaktion hervorrufen. Auch auf Leckerchen muss in dieser Zeit verzichtet werden. Ebenfalls muss man, dass Freunde und Familie über den Diätplan Bescheid wissen. Ein genau strukturierter Plan bringt einen guten Überblick über die möglichen Futterquellen, die einer erfolgreichen Ausschlussdiät im Wege stehen könnten.

Auch der Tierarzt ist wichtig

Das Thema Futtermittelallergie ist sehr komplex. Ein guter Tierarzt sollte im besten Fall auf diesen Bereich spezialisiert sein. Es ist sinnvoll, einen Arzt aufzusuchen, der regelmäßig an Fortbildungen teilnimmt, um die aktuellen Methoden zu kennen. Kam es im Vorfeld zu einer allergischen Reaktion auf Parasiten, und diese wurden erfolgreich behandelt, muss ein Neubefall während der Diagnosezeit ausgeschlossen werden. Denn es ist nicht möglich, anhand der äußeren Symptome zu erkennen, welche Art von Allergenen die Hautreizungen ausgelöst hat.

Fazit

Eine erfolgreiche Ausschlussdiät erfordert viel Initiative. Eine unentwegte Überwachung der Nahrungsaufnahme ist unvermeidbar. Tierbesitzer müssen sich von ihrem behandelnden Tierarzt ausführlich beraten lassen. Es ist nicht ratsam, eine Eliminationsdiät auf eigene Faust durchzuführen. Eine inkorrekte Eigendiagnose kann dem Tier viel Leiden bringen. Wird eine Futtermittelallergie nicht korrekt behandelt, sind anhaltende Symptome wie Juckreiz und Hautentzündungen vorprogrammiert.

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